Die Apfelstadt am Niederrhein
Tönisvorst nennt sich Apfelstadt, und das ist keine Werbung: Zwischen St. Tönis und Vorst stehen Hunderttausende Obstbäume, viele davon zusammenhängend in der Huverheide. Wer hier wohnt, hat einen anderen Blick auf Bäume als jemand in der Großstadt — Schnitt gehört zum Alltag. Das gilt aber für die Plantage, nicht für den alten Apfelbaum hinterm Haus, den seit zwanzig Jahren niemand angefasst hat. Der hat dann eine dichte, vergreiste Krone, trägt nur noch klein und lässt Äste hängen, bis einer bricht. So einen Baum holen wir in mehreren Schritten zurück, nicht in einem einzigen Kahlschlag. Alles auf einmal wegzunehmen bringt ihn eher um, als dass es hilft.

